Dorsten-Aktuell/News


17.05.2017
 

Aktuelles zum Breitband-Ausbau in Dorsten

Nach einer Vereinbarung mit der Telekom wird der Breitband-Ausbau in Dorsten fortgesetzt. Für die Versorgung von „weißen Flecken“ sind Fördergelder des Bundes und des Landes beantragt...

Hier einige Fragen und Antworten zum gegenwärtigen Stand:

Was bedeutet eigenwirtschaftlicher Ausbau?

Eigenwirtschaftlich bauen Versorger schnelles Internet aus, wenn sie mit den Kunden genug verdienen können, um die Investitionen zu refinanzieren. Der in Dorsten nun fortgesetzte FTTC-Ausbau ist ein „eigenwirtschaftlicher“ Ausbau durch die Deutsche Telekom. Die Stadt ist hierbei nur Aufsichts- und Genehmigungsbehörde, die bei Bauarbeiten etwa die Verkehrssicherung und den Umgang mit Straßen und Wegen begleitet.

Was bedeutet geförderter Ausbau?
Geförderter Ausbau kommt dort in Betracht, wo die Investitionskosten höher sind, als die späteren Einnahmen. Eine „Deckungslücke“ kann dann durch einen Zuschuss von Bund und/oder Land geschlossen werden.
Der Kreis Recklinghausen hat aktuell einen solchen Antrag für alle zehn Städte des Kreises gestellt. In einem „Interessenbekundungsverfahren“ sollten Versorger zunächst erklären, welche Gebiete sie bis 2019 eigenwirtschaftlich ausbauen und in welchen sie eine Förderung benötigen. Förderfähig sind alle Gebiete in denen es nicht möglich ist, eigenwirtschaftlich eine Versorgung von mindestens 30 Mbit/s zu erreichen. Das Antragsvolumen für Dorsten beträgt rund 12 Millionen Euro. Mit einer Entscheidung wird nach den Sommerferien gerechnet, der Kreis will aber einen vorzeitigen Maßnamenbeginn beantragen.

Was heißt FTTC-Ausbau?

Beim eigenwirtschaftlichen FTTC- (engl. Fibre to the Curb) oder Vectoring-Ausbau durch die Telekom werden die Verteilerkästen untereinander mit Glasfaserkabeln verbunden, die „letzte Meile“ von dort bis zum Kunden bleibt allerdings Kupfer. Welche Leistung beim Kunden ankommt, hängt von der Entfernung ab. FTTC ist eine Technik, um mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand möglichst viele Verbraucher an schnelles Internet anzuschließen.

Welche Stadtteile sind bzw. werden durch den FFTC-Ausbau versorgt?
Die Deutsche Telekom hat in den Stadtteilen Altstadt, Feldmark, Hervest bzw. Holsterhausen die Maßnahmen in 2016 nahezu bzw. komplett abgeschlossen. Im Stadtteil Hardt ist bisher nur ein erster Teil der Haushalte versorgt – hier soll der Ausbau fortgesetzt werden. In den Stadtteilen Deuten, Lembeck, Östrich und Wulfen (inkl. Barkenberg) hat die Deutsche Telekom den Ausbau zugesagt. Die Deutsche Telekom erstellt gerade den weiteren Zeitplan. Im Frühjahr 2015, als der FTTC-Ausbau für Dorsten durch die Telekom angekündigt wurde, fehlte bereits der Stadtteil Rhade in der Planung. Die Stadt Dorsten hat in zahlreichen Gespräche darauf gedrängt, dass auch in Rhade die Breitbandversorgung verbessert wird. Die Telekom prüft aktuell diesen Ausbau. Weite Teile von Altendorf-Ulfkotte sind über den privaten Anbieter Muenet per VDSL2-Vectoring Ausbau versorgt.

Werden alle Haushalte in den Stadtteilen durch FTTC-Ausbau angeschlossen?
Leider nein, aber die weitaus überwiegende Anzahl der Haushalte wird vom FTTC-Ausbau der Deutschen Telekom profitieren. Gegenwärtig erreichen laut Gutachten zum Förderantrag etwa 70 % der Dorstener Haushalte den Mindestwert von 30 Mbit/s (darin sind die bereits mit FTTC ausgebauten Bereiche enthalten), nach Abschluss des FTTC-Ausbaus werden es rund 80 % sein.
Insbesondere Haushalte, die weit von Kabelverzweigern entfernt liegen, werden nicht die volle Leistungsbandbreite erhalten. Sie können eventuell von einem Erfolg des Förderantrags profitieren.

Wann gilt ein Bereich als unterversorgt?
Die Fördergeldgeber (Bund und Länder) haben definiert, wann ein Bereich unterversorgt ist. Im Regelfall ist eine Förderung möglich nur in Gebieten

• mit einer aktuellen Versorgung von unter 30 Mbit/s im Download
• in denen kein privatwirtschaftlicher Eigenausbau angekündigt ist
• die nicht im Nahbereich der Hauptverteiler der Telekom liegen.

Die Unterversorgung bezieht sich nicht allein auf die Internetversorgung durch die Deutsche Telekom. Ist beispielsweise ein Haushalt durch den Kabelnetzbetreiber Unitymedia mit schnellem Internet anschließbar bzw. angeschlossen, ist eine Förderung dort ausgeschlossen.

Was hat es mit dem FTTH-Ausbau der Deutschen Glasfaser auf sich?
Die Deutsche Glasfaser baut aktuell in Städten und Gemeinden aus, wo die Deutsche Telekom noch keinen eigenwirtschaftlichen FTTC-Ausbau angekündigt hat, dieser zeitlich noch weit entfernt liegt oder das Gebiet nah am aktuellen Versorgungsgebiet der Deutschen Glasfaser liegt. Die Deutsche Glasfaser nutzt den so genannten FTTH-Glasfaserausbau (engl. Fibre To The Home), das heißt, das Glasfaserkabel wird direkt bis zum Hausanschluss gelegt.

Vor- und Nachteile von FTTH?
Glasfaserkabel verfügen über eine höhere Bandbreite als Kupferkabel - perspektivisch ein Vorteil. Neben diesem Vorteil gibt es aber auch Nachteile. Die Deutsche Glasfaser verlegt die Kabel mit einer speziellen Technik nur ca. 30 bis 40 cm tief. Die Folge könnte sein, dass Gehwege und Straßen zeitlich früher saniert werden müssten. Kosten, die die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise irgendwann über Steuern oder zusätzliche Straßenbaubeiträge finanzieren müssten. Die Vorteile von schnellem Internet und zukünftigen Mehrbelastungen für die Bürger und Unternehmen müssen somit abgewogen werden.

Was macht die Stadt sonst noch?
Die Stadt Dorsten führt aktuell verschiedene Gespräche mit Anbietern, um die unterversorgten „weiße Flecken“ im Stadtgebiet mit schnellerem Internet zu versorgen. Dazu gehören beispielsweise auch die Deutsche Glasfaser, Versatel oder Unitymedia.
Darüber hinaus haben Stadtbaurat Holger Lohse und Bürgermeister Tobias Stockhoff mit Rückendeckung der Politik beschlossen, dass bei laufenden und zukünftigen Erschließungsmaßnahmen vorsorglich Leerrohre durch die Stadt oder durch andere Leitungsnetzbetreiber verlegt werden, um den Anschluss mit moderner Breitbandtechnik zu fördern.